Medienkompetenz(en)

Auf dieser Seite sollen verschiedene Definitionen von Medienkompetenz gesammelt werden. Es gibt bisher nicht DIE akzeptierte Definition und die Möglichkeiten, was unter dem Begriff verstanden werden kann, sind vielfältig. Die Sammlung soll all denjenigen helfen, die versuchen möchten, sich ein Bild davon zu machen, was unter dem Begriff subsumiert werden kann, um sich dann daran zu orientieren. Die Definitionen werden dabei nach ihren Urhebern in alphabetischer Reihenfolge geordnet.

Definitionen von Medienkompetenz

Baacke, Dieter (1999)
Medienkompetenz hängt für Baacke eng zusammen mit Handlungs- und Kommunikationsweisen. Er fasst darunter im einzelnen:
1. Medienkritik: analytisch, reflexiv und ethisch
2. Medienkunde: informativ (Wissen über Medien(systeme)), instrumentell-
qualifikatorisch (Gerätebedienung)
3. Mediennutzung: rezeptiv-anwendend (Programm-Nutzungskompetenz) und interaktiv-
anwendend (antworten können; interaktive Anwendungen benutzen)
4. Mediengestaltung: innovativ (Veränderungen, Weiterentwicklung) und kreativ
(ästhetisch variierend, über bisherige Grenzen hinausgehend)

Breiter, Andreas e.a. (2010)
Das Konzept der Medienbildung beruht auf vier Themenfeldern:
1. Information und Wissen (eigenverantwortliche Informationsverarbeitung und Wissensarbeit mit und in digitalen Medien)
2. Kommunikation und Kooperation (stark ökonomisch geprägt, Betonung der Relevanz von Kommunikation)
3. Identitätssuche und Orientierung (zunehmende kommunikative Mobilität und translokale Vernetzungsprozesse)
4. Digitale Wirklichkeiten und produktives Handeln (Mediengestaltungen, Medieneinflüsse, Medienkritik…)

Groeben, Norbert (2002)
1. Medienwissen/Medialitätsbewusstsein
2. Medienspezifische Rezeptionsmuster
3. Medienbezogene Genussfähigkeit
4. Medienbezogene Kritikfähigkeit
5. Selektion/Kombination von Mediennutzung
6. (Produktive) Partizipationsmuster
7. Anschlusskommunikationen

Hessen media / Landesinitiative (1999)
Medienkompetenz als:
– technische Fertigkeit, mit neuen Medien umzugehen
– konstruktive Fähigkeit, sich im Medienangebot zu orientieren
– Fähigkeit, bei der Nutzung von Medienangeboten zu selektieren und zu
entscheiden
– Fähigkeit, einen selbstbewussten und selbstbestimmten Standpunkt gegenüber
dem Medienangebot einzunehmen

Jenkins, Henry (2006)
– Play: the capacity to experiment with one’s surroundings as a form of problem-solving
– Performance: the ability to adopt alternative identities for the purpose of improvisation and discovery
– Simulation: the ability to interpret and construct dynamic models of realworld processes
– Appropriation: the ability to meaningfully sample and remix media content
– Multitasking: the ability to scan one’s environment and shift focus as needed to salient details
– Distributed Cognition: the ability to interact meaningfully with tools that expand mental capacities
– Collective Intelligence: the ability to Pool knowledge and compare notes with others toward a common goal
– Judgement: the ability to evaluate the reliability and credibility of different information sources
– Transmedia Navigation: the ability to follow the flow of stories and information across multiple modalities
– Networking: the ability to search for, synthesize, and disseminate information
– Negotiation: the ability to travel across diverse communities, discerning and respecting multiple perspectives, and grasping and following alternative norms

Pöttinger, Ida (1997)
Medienkompetenz setzt sich zusammen aus den 3 Dimensionen: 1.  Wahrnehmungskompetenz (Medien – ihre Strukturen, ihre Gestaltungsformen und ihre Wirkungsmöglichkeiten – zu durchschauen), 2. Nutzungskompetenz (Medien und ihre Angebote zielgerichteter zu nutzen) und 3. Handlungskompetenz (Medien als Ausdruck seiner Persönlichkeit, Interessen und Anliegen aktiv zu gestalten).
Daraus ergeben sich entsprechend den Bereichen didaktische Ziele:
1. Strukturierungs-, Interpretations- und Differenzierungsfähigkeit
2. Rezeptionssteuerungs-, Auswahl- und Kommunikationsfähigkeit
3. Produktions-, Gestaltungs- und Veröffentlichungsfähigkeit

Theunert, Helga (1999)
Medienkompetenz als Bündel von kognitiven und handlungsorintierten Fähigkeiten: selbstbestimmter Umgang mit Medien, aktive Kommunikation mittels Medien, gesellschaftliche Partizipation, kritische Reflexion und Verantwortung gegenüber medialen Entwicklungen.

Tulodziecki, Gerhard (1998)
Seine Definition von Medienkompetenz bezieht sich auf Ebenen der Nutzung und Gestaltung medialer Angebote.
– Medienangebote sinnvoll auswählen und nutzen
– eigene Medienbeiträge gestalten und verbreiten
– Mediengestaltungen verstehen und bewerten
– Medieneinflüsse erkennen und aufarbeiten
– Bedingungen der Medienproduktion und -verbreitung analysierend erfassen und
Einfluss auf die Entwicklung der Medienlandschaft nehmen

Eine Antwort zu Medienkompetenz(en)

  1. Pingback: Aktualität des Medienunterrichts | literaturdidaktik

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s