Lernen mit iPads – zwei Grundschulen machen es vor!

Das Thema „Neue Medien“ erhält momentan von allen Pädagogen und Forschern große Aufmerksamkeit. Es birgt viele Chancen für den Unterricht und bringt einige neue Gegenstände mit sich, die nicht außer Acht gelassen werden sollten. Mit wachsender Technologisierung erweitern sich auch die technischen Möglichkeiten für die Schulen. Eines dieser Mittel ist das iPad. Im Folgenden berichte ich von zwei Grundschulen, die den Tablet-PC im Unterricht getestet haben.

Dionysiusschule in Nordrhein-Westfalen

Die katholische Grundschule Dionysiusschule in Essen hat mit einer zweiten Klasse über mehrere Wochen mit iPads gearbeitet. Im nachfolgenden Video ist zu sehen, wie die Kinder mit dem Tablet-PC umgegangen sind und welche Chancen er bietet.


https://dio.moodleschule.de/mod/page/view.php?id=1181&inpopup=1

Zuerst ist festzuhalten, dass die Schülerinnen und Schüler durchweg positiv auf das iPad reagiert haben. Der erste Junge fasst gleich die Vielfalt des Tablet-PC zusammen, indem er sagt, dass „man […] viel damit machen [kann]“, wie zum Beispiel „lesen, Spiele spielen, Videos gucken, schreiben“. Desweiteren wird auch die freie Lernortwahl erwähnt, die durch die Tragbarkeit des iPad gewährleistet wird. Wie eine Gruppe Mädchen treffend bemerkt, können sie beispielsweise auf dem Flur ungestört arbeiten. Dies ist auch im Sinne des kooperativen Arbeitens in Gruppen. So können die Kinder sich in Ruhe in ihren Gruppen zusammensetzen und durch den Internetzugang des Tablet-PCs eventuell aufkommende Fragen klären und selbstständig Aufgaben bearbeiten. In diesem Zusammenhang wird auch die Lernplattform „Moodle“ genannt, die eben dieses kooperative Arbeiten unterstützt, indem sie viele Möglichkeiten bietet, wie zum Beispiel „das einfache Hinzufügen von und Arbeiten mit Multimedia-Inhalten, Links zu interessanten Materialien, eine große Auswahl an vorgefertigten Lernaktivitäten, Quizze, simple Einbindung weiterer, auf Kinder zugeschnittener Lernmaterialien, Kontrollmöglichkeiten für Eltern und Lehrer/innen u.v.a.m.“ (https://docs.moodle.org/27/de/Moodle_in_der_Grundschule, Z. 3ff). Weiterhin wird die einfache Bedienung des iPad erwähnt, es muss nicht Hoch- und Runtergefahren werden, sondern ist durch einen simplen Knopfdruck direkt startklar. Viele weitere Tools machen den Tablet-PC interessant, wie zum Beispiel das Arbeiten mit eBooks oder das Einsprechen von Geschichten.
Alles in allem scheint die Testphase mit dem iPad an dieser Schule sehr gut funktioniert zu haben. Die Tablet-PCs waren zwar vorerst nur geliehen, einer wurde allerdings als Schul-iPad käuflich erworben.


Diesterwegschule in Niedersachsen

Diesterweg

Die Diesterwegschule in Osnabrück gewann bei einem Wettbewerb ein tolles Preisgeld und schaffte sich nach langen Überlegungen einen Klassensatz iPads an. Die sogenannte „Tablet-Klasse“ ist ein vierter Jahrgang, der in diesem Projekt den Umgang mit iPads im Unterricht erprobt. Die Kinder dürfen die Tablet-PCs überall mit hinnehmen, zur Schule, nach Hause oder zu Schulfreunden zum gemeinsamen Arbeiten. Die Lehrkraft verschickt Arbeitsblätter per E-Mail, die die Schülerinnen und Schüler am Tablet-PC selbst bearbeiten können. Die fertigen Aufgabenzettel werden ebenfalls per Mail zur Korrektur an die Lehrkraft zurückgeschickt. Dies erspart viel Zeit, Kopiergeld und Papier. Auch ein Hausaufgabenheft ist nicht mehr nötig, da die Kinder alles bei Evernote notieren können. Evernote ist ein Dienst, der es möglich macht, Notizen festzuhalten, zu sammeln und zu ordnen. Das iPad wird in jedem Unterrichtsfach eingesetzt. Im Deutschunterricht werden Texte gelesen und geschrieben, unverständliche Wörter bei Google nachgeschaut oder Sachverhalte recherchiert. Es wurden Fotos geschossen, Steckbriefe erstellt und auch mit der Online-Ausgabe der Neuen Osnabrücker Zeitung wurde gearbeitet. Im Kunstunterricht werden Bilder mithilfe des Tablet-PCs gemalt und die Kinder lernen bekannte Maler durch Internetrecherche kennen. Wichtig ist der Unterschied zwischen Werkzeug und Spielzeug. Die Schülerinnen und Schüler müssen verinnerlichen, dass das iPad ein Werkzeug für den Unterricht ist und kein Spielzeug. Eltern der Tablet-Klasse berichten, dass ihre Kinder sehr vorbildlich mit dem Tablet-PC und dem Internet umgehen und das Gerät zuhause nicht überstrapazieren.

Abschließend ist zu sagen, dass sich diese Pilotprojekte schon jetzt gelohnt haben. Sie verdeutlichen, dass Schulen und Lehrkräfte vor der Technik keine Angst haben müssen. Den Kindern kann der richtige Umgang mit Geräten wie dem iPad oder dem Internet an sich absolut zugetraut werden. Mit ein bisschen Aufwand und der richtigen Einführung in das Thema, bieten Tablet-PCs tolle Möglichkeiten für den Unterricht und auch für das Lernen zuhause. Das einzige Problem ist die teure Anschaffung, welche sich viele Schulen leider nicht leisten können.

Quellen:

Hiekmann, Stefanie: Mit dem Tablet-PC in die vierte Klasse. In: Neue Osnabrücker Zeitung (02.02.2013)
https://dio.moodleschule.de/
https://dio.moodleschule.de/mod/page/view.php?id=1181&inpopup=1
https://docs.moodle.org/27/de/Moodle_in_der_Grundschule

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