Leichter lernen durch mediale Bildungspfade

Es ist keine Weisheit mehr, dass Lernen leichter fällt und effektiver ist, wenn man sich Wissen handlungsorientiert und mit Freude aneignet. Voraussetzung ist hierfür die Schaffung authentischer Lernsituationen, in denen Schüler einen persönlichen Bezug zu den Bildungsinhalten haben und die Lernsituation nicht als solche wahrnehmen. Die Erlebnispädagogik macht sich authentische Lernsituationen, in Form von Gruppenerfahrungen in der Natur bzw. Lebensumwelt der Schüler, zur Prämisse. Wenn Lernen in solchen Situationen leichter fällt, sollte man dann nicht auch Medienkompetenz in diesem Rahmen vermitteln? Wie werden Medien in die Erlebnispädagogik integriert und wie sinnvoll ist dies in Hinblick auf die Vermittlung von Bildungsinhalten und Medienkompetenz?

Der „Mediale Bildungspfad“ ist ein Methode, in der medien-, spiel- und erlebnispädagogische Elemente miteinander verbunden werden. Mit Hilfe von digitalen und mobilen Medien, wie Smartphones, GPS, Tablets etc., orientieren sich Schüler in einem bestimmten Raum (Schule, Stadt, Ort) und setzen sich gleichzeitig spielerisch mit Bildungsinhalten auseinander.  Die Idee der Medialen Bildungspfade stammt vom Multicaching bzw. Geocaching. Dies ist eine moderne Form der Schatzsuche, bei der man sich mithilfe von GPS Empfängern und Internetzugang zum „Schatz“ navigiert. Geocaching wurde für die Schule didaktisch modifiziert. Die Rätsel, die gelöst werden müssen, um dem Schatz näher zu kommen, sind „versteckte“, non-formelle Lernsituationen, in denen sich die Schüler mit Bildungsinhalten, aber auch mit dem technischen und kreativen Einsatz von Medien auseinandersetzen. Aufgaben für die einzelnen Stationen sind beispielsweise ein Video zu drehen, Internetrecherche zu betreiben oder ein Foto Comic zu kreieren. Auch die Suche selbst ist multimedial, denn neben den technischen Navigationshilfen, können die einzelnen Stationen mit QR-Codes versehen sein. Die Nachbereitung der Schatzsuche kann digital erfolgen, indem die Lernergebnisse in einem Blog oder Ähnlichem festgehalten werden.

Richtig konzipiert haben mediale Bildungspfade das Potential Medienkompetenz vielseitig zu fördern – auf kreativer und auch technischer Ebene.  Durch die sinnliche Wahrnehmung sind die Lerninhalte für die Schüler besonders interessant und ansprechend. Die gemeinsame Schatzsuche fördert zudem die Kommunikations- und Kooperationsfähigkeiten der Schüler.

Allerdings ist die Konzeption medialer Bildungspfade anspruchsvoll und zeitintensiv, sowohl in der Planung als auch Durchführung. Sie setzt eine hohe Medienkompetenz der Lehrer voraus und selbstständiges und verantwortungsvolles Handeln der Schüler. Obwohl die Inhalte und Ziele der Bildungspfade immer wieder modifizierbar sind, kann nicht jeder Bildungsinhalt sinnvoll umgesetzt werden.

Es sollte sich demnach zu allererst gefragt werden, ob der zu vermittelnde Bildungsinhalt in ein Cache passt. Für den Deutschunterricht sind vor allen Dingen Themen wie Autoren und Künstler aus der heimatlichen Umgebung geeignet. Bei der Konzeption des Pfades sollte sich die Lehrkraft didaktische Unterstützung holen, möglicherweise auch klassenübergreifend zusammenarbeiten. Zeitlich gesehen ist die Durchführung des Bildungspfades sicherlich im Rahmen einer Projektwoche am sinnvollsten.

Mediale Bildungspfade stellen keine regelmäßig einsetzbare Methode, sondern vielmehr ein besonderes Lernerlebnis dar. Dieses kann, wenn es gut konzipiert und durchgeführt wird, für die Schüler eine unvergessliche Erfahrung bleiben und großes Interesse für den kreativen wie technischen Umgang mit Medien wie auch für die Bildungsinhalte an sich wecken.


Quelle:

Winter, Andrea (Hg.): Spielen und Erleben mit digitalen Medien. Pädagogische Konzepte und praktische Anleitungen. München: Ernst Reinhardt Verlag, 2011

 

 

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Die Digitalisierung der Umwelt schreitet zügig voran und beeinflusst unser Leseverhalten. Immer mehr Menschen greifen auf Online-Nachrichten bzw. Tageszeitungen im Internet zurück. Die Vorteile der digitalen Leseangebote gegenüber herkömmlichen Zeitungen sind vielzählig: aktuellere Berichterstattung, kostengünstige und jederzeitige Verfügbarkeit, Verknüpfung mit anderen medialen Funktionen etc.. Generell übt das Internet eine große Anziehungskraft auf Kinder aus. Können demnach Online- Leseangebote nicht ein ideales Mittel zur Förderung der kindlichen Lesemotivation sein? 

Wissenschaftliche Studien belegen, dass eine tägliche stille Lesezeit – im Idealfall mit anschließender Kommunikation über das Gelesene – wichtig für den Aufbau der Lesemotivation von Grundschüler ist. Online-Nachrichten für Kinder sind geeignete digitale Leseangebote für diese Lesezeit. Die Nachrichten liefern jeden Tag neuen „Lesestoff“, der in seinem komprimierten Umfang gut für eine kurze Lesezeit und eine anschließende Diskussionsphase geeignet ist.

Die Nutzung des Internet spricht Kinder sehr an. Es ist allerdings noch kein Garant dafür, dass die Schüler generell motivierter sind, das Lesen zu beginnen und durchzuhalten. Damit die Lehrkräfte für das Online-Lesen begeistern können, müssen sie einige wichtige Kriterien bei der Auswahl der digitalen Leseangebote beachten:

  • die Online-Leseangebote müssen an den altersspezifischen und individuellen Lese-Interessen der Schüler orientiert sein
  • die Online-Leseangebote müssen den Lesefertigkeiten und -fähigkeiten der Schüler entsprechen

Hinsichtlich des ersten Punktes erweisen sich Online-Nachrichten für Kinder als geeignetes Mittel zum Aufbau der kindlichen Lesemotivation. Die Mehrzahl der im Netz auffindbaren Kindernachrichten ist nach verschiedenen Rubriken geordnet, deckt wichtige schulische Themengebiete ab und geht auf unterschiedliche Lesepräferenzen ein. Zusätzliche Angebote, wie Rätsel und Umfragen, motivieren die Schüler die Seite zu besuchen und länger auf ihr zu verbleiben.

Bezüglich des zweiten Punktes sind für junge Leser ein geringer Textumfang, ein großes Schriftbild und Illustrationen entscheidend. Die Artikel der Nachrichten sind gengre-bedingt kürzer als andere Online-Leseangebote. Die Illustrationen im Internet sind durch ihre Farben und Animationen besonders ansprechend. Digitale Nachrichten erlauben, im Gegensatz zu herkömmlichen Zeitungen, eine nutzerspezifische Anpassung der Schriftgröße und des Formats. Demnach kann den Lesefertigkeiten der Schüler hier besonders gut nachgekommen werden.

Es gibt eine Vielzahl von Nachrichtenseiten für Kinder im Internet. Hinsichtlich der genannten Kriterien erscheinen aber nicht alle Angebote als gleichermaßen geeignet. Nach meiner Recherche erachte ich die Seite news4kids Wissen was los ist. als motivierendes digitales Leseangebot in der Grundschule. Zwar wird die Seite nicht jeden Tag mit neuen Artikeln aktualisiert, kann aber durch seine Vielzahl an Rubriken auch Leseangebote für 5 Lesezeiten in der Woche offerieren. Die Seite spricht Kinder ästhetisch an, da sie bunt und reich illustriert ist. Die Aufmachung der Seite ist sehr übersichtlich und dürfte den jungen Schüler keine Orientierungschwierigkeiten bereiten. Viele andere Online- Nachrichtenseite, wie beispielsweise sowieso.de Nachrichten für Kinder scheitern an diesem Kritierium. News4kids fördert zudem die Eigeninitiative und das handlungsorientierte Lernen der Schüler, indem Leserbeiträge verfasst werden können und an Gewinnspielen teilgenommen werden kann.

Online-Nachrichten lassen sich sehr gut im Rahmen einer den Deutschunterricht einführenden 10- minütigen Lesezeit realsieren. Sicherlich wäre es sehr sinnvoll, hinsichtlich Zeitaufwand und nutzerspezifischer Einstellungen, die Nachrichten mit Tablets zu lesen. Je nachdem wieviel Grundschüler ein eigenes Handy besitzen, kann die Lehrkraft alternativ erlauben, die Nachrichten über das Smartphone zu lesen. Hier ist die erste Kindernachrichten-App in Deutschland, Quappiz, zu empfehlen.

 


Quellen:

Richter, Karin/ Plath, Monika: Lesemotivation in der Grundschule. Empirische Befunde und Modelle für den Unterricht. Juventa Verlag: Weinheim und München, 2005.

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Wie sind neue Medien und Inklusion vereinbar?

Sowohl das Thema Inklusion, als auch das Thema der Einbeziehung neuer Medien in den Schulunterricht ist brandaktuell. Über beide Themen wurde viel diskutiert und Vor- und Nachteile abgewägt. Doch wie lässt sich eine mögliche Vereinbarung der Nutzung neuer Medien und Inklusion in der Schule realisieren?
Inklusion in der Schule bedeutet vor allem die Vielfältigkeit einer Klasse wertzuschätzen. Homogene oder separierende Lerngruppen gehören der Vergangenheit an, da alle Schüler gemeinsam von Anfang an zusammen lernen und arbeiten. „Alle“ Schüler bedeutet, dass nicht nur keine Differenzierungen hinsichtlich der geistig oder körperlichen Behinderungen einiger Kinder gemacht werden, sondern auch, dass jedes Individuum akzeptiert wird und gleichberechtigt ist, unabhängig von Geschlecht, Alter oder Herkunft, von Religionszugehörigkeit oder Bildung. Wichtig ist, dass die Schulen für z.B. behinderte Schüler ausgestattet sind, sodass diese den bestmöglichen Lernerfolg erzielen können. Nicht die Schüler müssen sich an Gegebenheiten in der Schule anpassen, sondern die Schule sollte sich auf ihre individuellen Schüler einstellen. Aus diesem Grund hat die Generalversammlung der Vereinten Nationen im Jahr 2001 beschlossen, ein umfassendes internationales Übereinkommen zu entwickeln. Die „UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen“ inklusive Zusatzprotokoll wird 2006 von der UN-Generalversammlung verabschiedet. In dieser Konvention wird festgelegt, dass gesellschaftliche Teilhabe ein Menschenrecht ist, das ohne Einschränkungen auch für behinderte Menschen gilt. Dabei werden sämtliche Lebensbereiche, von der Arbeit über Bildung, Gesundheit und Pflege, persönliche Mobilität, Wohnens bis hin zur politischen Teilhabe erfasst. Im Mittelpunkt steht der Gedanke der Inklusion, wonach Menschen mit Behinderungen von Anfang an und in allen Lebensbereichen an der Gesellschaft teilhaben sollen.
Die Realität sieht leider häufig anders aus. Viele Schulen sind noch nicht barrierefrei. Barrierefreiheit bedeutet nicht nur, dass z.B. ein Rollstuhlfahrer in die Schule gelangen kann, sondern auch Barrierefreiheit hinsichtlich der Lehr- und Lernangebote für alle Schüler. Wenn neue Medien, wie z.B. Lernplattformen, Wikis, Blogs etc. im Schulunterricht eingesetzt werden sollen, muss darauf geachtet werden, dass sie für alle Schüler, ob mit Behinderungen oder ohne, zugänglich sind. Ist das überhaupt umsetzbar?
Die Medienbildung kann auch behinderten Schülern zusätzliche Erfahrungs- und Kommunikationsmöglichkeiten erschließen, wodurch die Selbstbestimmtheit zunimmt und benachteiligende Faktoren in der Gesellschaft zurückgedrängt werden können. Der Medieneinsatz sowohl in Förderschulen, als auch in Inklusionsklassen bezieht sich größtenteils auf das Internet. Lernschwache oder behinderte Schüler können Funktionen, wie die Vorlesefunktion einer Lernplattform nutzen. Außerdem schätzen sie die Anonymität des Internets und können sich dadurch in z.B. Blogs freier entfalten, als im regulären Unterricht. In der Medienbildung geht es darum die Schüler, ob mit oder ohne Beeinträchtigungen, da abzuholen, wo sie stehen und an ihren individuellen Ressourcen anzusetzen. „Besonders häufig werden im Medienbereich assistive Technologien eingesetzt, die den Bedürfnissen der Menschen mit Handicap entgegenkommen: Screenreader, die den Bildschirminhalt vorlesen, oder komplett barrierefreie Internetplattformen mit E-Learning-Angeboten in einfacher Sprache. Daneben kommt den Medien ein hoher Stellenwert bei der Bewusstseinsbildung für die Belange Benachteiligter zu.“ (Vgl.https://www.mebis.bayern.de/bildung/padagogik/medienbildung-und-inklusion/?paget=beitrag-der-medienpaedagogik )
Es gibt viele sichtbare und nicht sichtbare Einschränkungen bei Schülern. Offensichtlich sichtbar sind z.B. das Downsyndrom, Spasmen, Beeinträchtigungen des Bewegungsapperates oder Blindheit. Weniger sichtbar sind hingegen z.B. Aufmerksamkeitsstörungen, Dyskalkulie oder Lese- Rechtschreibschwäche. Aufgrund dieser verschiedenen Einschränkungen muss sich der Lehrer bei der Arbeit mit neuen Medien immer individuell auf seine Schüler einstellen. Mit Gehörlosen könnte man an digitalen Fotobüchern der Gestaltung eines Fotoromans oder Stummfilm arbeiten. Das Produzieren eines Filmes ohne Ton eröffnet auch für die hörenden Schüler neue Möglichkeiten. Sie erhalten einen Einblick in die Welt eines Nichthörenden und können ihn evtll. besser verstehen und nachvollziehen, wie er sein Leben meistert, wodurch Behinderte integriert werden. Bei geistig behinderten Schülern oder kognitiver Rückständigkeit kommen grundsätzlich alle neuen Medien in Frage. Die Schüler könnten sich gegenseitig unterstützen, falls bei einigen Verständnisschwierigkeiten auftreten.
Bei E-Learning Programmen ist es wichtig zu beachten, dass Informationen oder Inhalte vielfältige Darstellungsweisen, wie z.B. Grafiken, Audio oder Text, benötigen, sodass sie für alle Schüler zugänglich sind. Mögliche sprachliche, mathematische oder symbolische Hürden sollten durch eine Unterstützungsfunktion des Programms geklärt werden. Das Blended-Learning, welches sich durch Präsensphasen in der Schule und Online-Absenzphasen auszeichnet, eignet sich gut für die Arbeit in einer Klasse mit sehr unterschiedlichen Lern- und Wissensniveaus. Jeder Schüler kann in seinem individuellen Tempo lernen und arbeiten. Davon profitieren vor allem sehr lernstarke und sehr lernschwache Schüler. So kann jeder Schüler gemäß der inklusiven Bildung hinsichtlich seiner Bedürfnisse individuell gefördert werden.
Meiner Meinung nach sollten Inklusion und neue Medien aufgrund der genannten Vorteile vereinbart werden. Natürlich ist mir bewusst, dass man als Lehrer eine menge Arbeit investieren muss, um den Schülern z.B. eine Lernplattform oder einen Blog zu erklären. Ich denke aber, dass sich dieser Aufwand lohnt und wirklich alle Schüler, ob mit oder ohne Behinderungen vom Einsatz neuer Medien im Unterricht profitieren können, weil diese das individuelle selbstbestimmte Lernen fördern.

 

Quellen:
Avci-Werning, Meltem/ Lanphen, Judith: Inklusion und kooperatives Lernen. In: Werning, Rolf: Inklusion, Kooperation und Unterricht entwickeln. Bad Heilbrunn: Klinkhardt 2013. S. 150-175.
Bosse, Ingo: Medienbildung im Zeitalter der Inklusion. Wuppertal 2012.
Voß, Lena: Die Konzepte „Kompetenzzentren für sonderpädagogische Förderung“ und „Regionale Integrationskonzepte“ als Wegbegleiter für Inklusion. In: Werning, Rolf: Inklusion, Kooperation und Unterricht entwickeln. Bad Heilbrunn: Klinkhardt 2013. S. 63-86.
https://www.mebis.bayern.de/bildung/padagogik/medienbildung-und-inklusion/ (Stand: 29.09.2014)

 

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Videospiele als Instrument frühkindlicher Lernförderung

Ginge es nach den bekannten Scharfmachern Manfred Spitzer und Christian Pfeiffer, dann wären Videospiele bereits komplett aus der Medienlandschaft des 21. Jahrhunderts verschwunden. Für Pfeiffer, der übrigens nach eigener Aussage nie ein Videospiel gespielt hat, wie auch für Spitzer, der sogar von dem Umgreifen „Digitaler Demenz“ spricht, sind Videospiele und Lernförderung miteinander unvereinbare Begriffe. Dass es auch anders gehen kann und Videospiele sehr wohl einen positiven Beitrag in der frühkindlichen Lernförderung leisten können, das hat jetzt ein ambitioniertes Projekt von Studenten der Hochschule Osnabrück gezeigt.

In der Mathematik scheiden sich die Geister. Während einigen Menschen der Umgang mit Zahlen und ihren Bezugssystem einfach von der Hand geht, fällt es anderen während ihrer gesamten Schullaufbahn schwer, sich sicher in Zahlenräumen und Bezugssystemen zu bewegen. Um solchen Defiziten vorzubeugen, wurden bereits zahlreiche Methoden entwickelt, die bereits im frühen Kindesalter ansetzen und spielerisch versuchen den Kindern einen individuellen Zugang zum Zahlensystem anzubieten.

Mit Zarao, entwarf Prof. Dr. Inge Schwank von der HS Osnabrück einen der ersten Prototypen solcher Spielwelten. Mithilfe von Holzkugeln, die treppenförmig an Metallstangen innerhalb eines Holzrahmens befestigt sind, lernen Kinder anhand von verschiedenen Aufgaben die Vorgänge und deren Zusammenwirken. Durch das Hüpfen in dieser Welt agieren Spielfiguren miteinander und verdeutlichen somit Aktionen im Zahlenraum von null bis neun.

Während Zarao noch als normales Lernspielzeug entworfen wurde, ging eine Gruppe ambitionierter Studenten der HS Osnabrück nun einen Schritt weiter. Sie entwickelten mithilfe einer Videospielkonsole und der dazugehörigen Kinect-Steuerung eine Methode, um die Funktion von Zarao zu digitalisieren. Über die Bewegungserkennung der Kinect erhalten Kinder die Möglichkeit durch gezielte Bewegungen eine von zahlreichen Spielfiguren auszuwählen und diese dann in der digitalisierten Welt von Zarao zu bewegen. Das neue entwickelte Projekt läuft derzeit unter dem Namen Zami und hat vor wenigen Wochen erst die Entwicklungsphase verlassen.

Zami - Erste Bilder aus der Entwicklungsphase

Testversuche, die vorab und während der Umsetzung des Projekts unternommen wurden, zeigten aber bereits, dass die Kinder großes Interesse und eine Menge Spaß mit der interaktiven Steuerung hatten. Anstatt einfach eine Holzfigur über ein Brett zu schieben, sprangen die Kinder auf und bewegten so die vorher ausgewählte Spielfigur durch eine digitale Version des Rechenspiels.

Derzeit wird Zami für die Steuerung via Kinect und für Touchpads entwickelt und wird in den kommenden Monaten eine längerfristige Evaluationsphase durchlaufen. Videoaufnahmen der ersten Testläufe befinden sich derzeit noch in der Nachbearbeitung und sollten in den nächsten Wochen ihren Weg ins Netz finden.

Ohne die Ergebnisse der bevorstehenden Untersuchung hervorsehen zu können, zeigte sich jedoch bereits in den ersten Testläufen, dass die Kinder durchweg positiv auf die digitale Aufarbeitung reagierten und der spielerische Zugang durch eine bewegungserfassende Steuerung die Kinder in allen Fällen dazu animierte sich durch springen und andere Bewegungen innerhalb der Spielwelt zu bewegen.

Zami - Figurenauswahl

Dahingehend wirken die Aussagen von Christian Pfeiffer und Manfred Spitzer zunehmend unzeitgemäß. Videospielen pauschal abzuerkennen, dass sie auch im Rahmen schulischer Bildung einen Beitrag leisten können, ist nicht nur kurzsichtig, sondern auch falsch.

 

Quellen und weiterführende Angaben:

Mathe-Magie – Mathematisch – informatische Spielwelten:  Die offizielle Seite von Prof. Dr. Schwank. Weitere Informationen zu Zarao und ähnlichen Projekten sind hier erhältlich.

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Selbstständige Weiterbildung von Lehrern im Medienbereich

Die heutige Medienwelt entwickelt und verändert sich rasant. Sie ist einem stetigen Wandel unterworfen, der von technischen Innovationen und kurzlebigen Trends gekennzeichnet ist. Wie kann für die Aktualität des Medienunterrichts gesorgt werden, wenn Lehrpläne und Curricula nicht zeitnah auf aktuelle Medienentwicklungen reagieren können und den Lehrkräften somit wichtige Orientierungspunkte für den Unterricht fehlen?

Eine ständige Überprüfung und Aktualisierung der Lehr- und Lerninhalte sowie der Methoden des Lehrens und Lernens ist notwendig, um eine zeitgemäße Vermittlung von Medienkompetenz zu gewährleisten. Das umfasst auch die konsequente Weiterbildung der Lehrkräfte im Bereich der Medienkompetenz und medienpädagogischer Fähigkeiten. Das Engagement und die Eigeninitiative seitens der Lehrkräfte, aktuelle Medientrends und Entwicklungen zu beobachten und sich selbstständig weiterzubilden, ist wichtig um die Qualität des Unterrichts zu sichern.

Eine regelmäßige Internetrecherche erachte ich in diesem Hinblick als unerlässlich. Lehrer können sich so nicht nur eigen-initiativ weiterbilden, sondern auch nach Qualifizierungs- und Fortbildungsangeboten,  Medienveranstaltungen, Unterrichtsmaterialien etc. suchen. Im Folgenden ein paar nützliche Seiten für Lehrer in Niedersachsen:

Das Portal der Medienbildung des niedersächsischen Landesinstitut für schulische Qualitätsentwicklung ermöglicht einen guten Überblick über landesweite Angebote. Es informiert über Qualifizierungen und Weiterbildungen und stellt kostenfreie Materialien und Konzepte für den Unterricht zur Verfügung. Eine nützliche Beraterdatenbank vermittelt zudem medienkompetente Ansprechpartner in der näheren Umgebung. Das Portal eignet sie sich gut zur Planung eines Exkursionstages, da es über landesweite Veranstaltungen und Medienprojekte informiert.

Medienkompetenz Niedersachsen bietet ebenfalls eine umfassende Übersicht über Beratungs- und Qualifizierungsangebote in Niedersachsen. Es schließt auch die Vorschulbildung und außerschulische Bildungsarbeit mit ein.

Multimediamobile sind mobile Medienkompetenzzentren. Sie bieten kostenfreie  Qualifizierungen und Weiterbildungen direkt an den Schulen. Zudem begleiten sie die Planung und Durchführung von Schulprojekten.

Medienzentren, die über das ganze Bundesland verteilt sind, bieten neben technischer Weiterbildung auch das jeweilige Equipment zur Ausleihe.

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Bildung in Echtzeit – Streaming-Dienste als Bereicherung des Schulwesens?

Wir leben in einer Welt, die sich binnen weniger Jahrzehnte so sehr vernetzt hat, dass geographische Distanzen uns nicht mehr davon abhalten können, miteinander in Bild und Ton in Kontakt zu treten. Mediale Vernetzungsprozesse, Webtechnologien und andere Innovationen sorgten dafür, dass die Menschen immer schneller und unkomplizierter miteinander kommunizieren und Informationen austauschen können. Kriege, Krisen und andere Events von medialem Interesse liegen uns pausenlos im Live-Ticker vor und sollten wir doch einmal geblinzelt haben, dann finden wir all die verpassten Momente sicherlich in einem der zahlreichen Videoportale.

Irgendwo zwischen Videoportalen wie youtube und Live-Berichterstattungen liegen die sogenannten Streaming-Dienste. Das Konzept von Streaming-Diensten lässt sich an dieser Stelle problemlos in nur wenigen Sätzen zusammenfassen. Grundsätzlich sind Streams in zwei Kategorien einzuteilen. Auf der einen Seite stehen die „On-Demand-Streams“, die ihre gesamte Datenmenge in Form einer einzelnen Datei auf einem bestimmten Server gespeichert haben. Wählt der interessierte Benutzer einen bestimmten Stream aus, so werden die Daten der ausgewählten Datei über die Netzwerkverbindung an den Nutzer gesendet. Die Inhalte selbst können dabei schon betrachtet werden, ohne dass die komplette Datenmenge bereits auf den Rechner des Nutzers geladen wurde. Beispiele für solche On-Demand-Streams wären Plattformen wie Redtube, das vor einigen Wochen erst im Fokus der deutschen Medienlandschaft stand. Hintergrund war in diesem Kontext die rechtliche Grauzone, in der sich der Zugriff via Streaming auf urheberrechtlich geschützte Inhalte bewegt.

Den On-Demand-Streams stehen so genannte Live-Streams gegenüber. Live Streams stellen ihre Datenpakete in Echtzeit zur Verfügung. Dabei werden kontinuierlich Datenpakete an den Empfänger gesendet und es gibt keine Datei, die auf irgendeinem Server liegt und darauf wartet, vom Benutzer heruntergeladen zu werden. Die derzeit populärste Plattform für Live-Streams ist twitch.tv. Eine Plattform über die Privatpersonen, wie auch Unternehmen und Schulen die Möglichkeit haben, mit nur wenig Aufwand Inhalte in Echtzeit zu präsentieren. Gegenwärtig nutzen überwiegend Privatpersonen und Jugendliche die Plattform, aber von Monat zu Monat finden sich mehr Unternehmen und eben auch Schulen auf Twitch.tv und anderen Streaming-Plattformen ein, um auch auf der digitalen Ebene ein modernes Unternehmensbild zu projizieren.

Während es hier in Deutschland noch keine Schulen gibt, die einen konsequenten Zugang zu Streaming Diensten gefunden haben, ist es in den Vereinigten Staaten keine Seltenheit, dass Schulen Streaming Portale nutzen, um für mehr Transparenz und Zugänglichkeit zu sorgen.

Die Knapp Elementary School unterhält vor diesem Hintergrund in periodischen Abständen einen Live-Stream der Elternversammlungen. Auch wenn Elternteile es aus verschiedenen Gründen nicht immer schaffen, an den Sitzungen vor Ort teilzunehmen, so haben sie durch Zuschaltmöglichkeiten und einen Live-Chat, der parallel zum Stream läuft, immer die die Möglichkeit sich über die Vorgänge an der Schule zu informieren und an ihnen zu partizipieren.

“Over the last year, meeting attendance has risen from eight to ten parents who did not accurately represent school demographics to over 40 parents and teachers from all over the school’s sending area. Teachers pop into the hour-long meeting to offer thanks and share ideas. Parents chime in from home in the midst of cooking dinner or doing household duties. Community members watch on to get the pulse of the school’s learning community.“

Dr. Joe. Mazza – Leadership Innovation Manager at the Pennsylvania Graduate School of Education

Während Streaming-Dienste auf der einen Seite durchaus ihren Beitrag im Rahmen von Öffentlichkeitsarbeit unter dem Aspekt von größeren Partizipationsmöglichkeiten bieten, so könnten sie auch ganz konkret im Unterrichtsalltag von Nutzen sein. Stellen wir uns vor, dass wir eine Fremdsprache unterrichten und im Rahmen eines Kooperationsprogramms mit einer Partnerschule kommt es zu einem Austausch der Schüler im Gespräch via Streaming-Dienst. Schülerinnen und Schüler bekämen so ohne größere Umstände die Möglichkeit, dass sie eine Fremdsprache in kooperativ ausgerichteten Unterrichtsmodellen gemeinsam mit Muttersprachlern erlernen und dabei stets nah am tatsächlichen Sprachgebrauch bleiben. Gleichzeitig würde die Schulung medialer und sozialer Kompetenzen von einem solchen Programm profitieren. Der daraus resultierende Erfahrungsgewinn wäre für Schülerinnen und Schüler sicher eine neue und aufregende Erfahrung und für eine Schule, die sich durchringen könnte, solch ein Projekt umzusetzen, ein enormer Prestigegewinn.

 Quellen und weiterführende Links:

The Harvard Family Research Project : Veröffentlichungen des hier genannten Autors Dr. Joe Mazza

Home & School 2.0 – Envisioning a connected learning community : Aufzeichnung der wissenschaftlichen Tagung, die das gedankliche Fundament dieses Blogeintrags bildet.

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Lernen mit iPads – zwei Grundschulen machen es vor!

Das Thema „Neue Medien“ erhält momentan von allen Pädagogen und Forschern große Aufmerksamkeit. Es birgt viele Chancen für den Unterricht und bringt einige neue Gegenstände mit sich, die nicht außer Acht gelassen werden sollten. Mit wachsender Technologisierung erweitern sich auch die technischen Möglichkeiten für die Schulen. Eines dieser Mittel ist das iPad. Im Folgenden berichte ich von zwei Grundschulen, die den Tablet-PC im Unterricht getestet haben.
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